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NoFollow Links – riskant oder unwichtig?

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Christoph C. Cemper der Gründer der LinkResearchTools (LRT) und Link Detox bespricht häufige Fragen, Erkenntnisse und erste Ausblicke.

NoFollow Links – riskant oder unwichtigKönnen NoFollow Links für eine Website riskant sein?

Der Wert von NoFollow Links ist oft der Ausgangspunkt heftiger Diskussionen zwischen Personen im Online Marketing und SEO-Bereich. Spätestens seit den Google Pinguin Updates geht es aber um die Frage des Risikos von Links.

Als NoFollow markierte Links werden häufig als „unwirksame“ Links gesehen. Die alte Aussage von Google, dass NoFollow keinen PageRank vererbt, ist für viele der „Beweis“, dass viele spammige NoFollow Links trotzdem kein Risiko für eine Abstrafung darstellen.

Lesen Sie weiter und erfahren Sie:

  • was Google über NoFollow Links sagt
  • was SEOs über NoFollow Links denken
  • warum es sich lohnt auf NoFollow Links zu achten
  • wie wir in den LinkResearchTools mit NoFollow Links umgehen

 

 

Was sind NoFollow Links?

lrt trainingEin NoFollow Tag kann von Webmastern dafür genutzt werden, um Suchmaschinen anzuweisen, einer Seite oder einem Link „nicht zu folgen“. Ein Link kann ein oder mehrere rel Attribute habe, wobei „rel“ für „relationship“ (dt. Beziehung) steht. Solche Attribute helfen die Beziehung des Links zu der verlinkten Seite zu definieren.

 

Ein NoFollow Link sieht folgendermaßen aus:

<a href=”http://www.beispiel.com/rel=”nofollow”>Linktext</a>

 

NoFollow Links werden oft in Blogkommentaren oder Foren eingesetzt, um automatisierten Linkspammern keinen Anreiz für die Linkplatzierung zu geben. Interessanterweise führt das kaum zu einem Abebben des Kommentarspams. Warum wohl?!

Diskussionspunkte und Argumente um Wirkung und Risiko von NoFollow Links

In den Diskussionen um NoFollow geht es oft um folgende Fragen:

Welche Auswirkungen haben NoFollow Links auf das Ranking in Suchergebnissen und wie wird der Wert von Google evaluiert?

Betrachten wir einmal ein praktisches Beispiel: ein Link von Wikipedia ist sicherlich bedeutsam für Traffic und damit in weiterer Folge auch für das SEO, auch wenn er als NoFollow markiert ist. Es steht die Theorie im Raum, dass NoFollow Links Trust (Vertrauen) vererben können. Das könnte dann auch bedeuten, dass negatives Vertrauen im Sinne eines Spamsignals vererbt wird.

Riskiert man eine Abstrafung der Website aufgrund zahlreicher schlechter NoFollow Links?

Nach einer Abstrafung durch Google sollte man sich mehr auf Kauflinks und andere von Google genannte Spam-Beispiele konzentrieren. Aber was, wenn Google selbst NoFollow Links als schlechte, manipulierte Links nennt?

Sollten NoFollow Links disavowed werden?

Viele SEOs und Berater sind der Meinung, dass durch das Disavowen eines Links der Link nur zum einfachen NoFollow Link wird. Deshalb wäre das Disavowen eines NoFollow Links also sinnlos. Was aber nun, wenn als NoFollow markierte Links selbst das Problem darstellen. Die Aussage, dass disavowte Links „nur“ zu NoFollow Links werden, ist mal bei der Erklärung des Disavow Tools durch Google gefallen, würde aber bedeuten, dass NoFollow Links, wenn sie schädlich sind, nie durch das Disavowen unwirksam gemacht werden können.

Sollte man sich überhaupt mit NoFollow Links beschäftigen oder sind diese komplett bedeutungslos?

Aus obigen Annahmen könnte man schließen, dass man sich nicht mit NoFollow Links beschäftigen muss, weil sie wirkungslos und risikolos sind, und das Disavow Tool keine Wirkung auf die NoFollow Links mehr hat. Wenn man andererseits annimmt, dass die Erklärungen von Google einerseits vereinfachend und anderseits inkonsistent sind, dann wäre es aber schon wert, mehr Zeit in die Analyse und Bereinigung von NoFollow Links zu investieren.

Aussagen von Google zu NoFollow

Im Allgemeinen folgen wir diesen nicht. Das bedeutet, dass von Google über diese Links kein PageRank und kein Ankertext übermittelt wird. Bei Verwendung von nofollow werden die Ziellinks also nicht für unsere Gesamtdarstellung des Webs berücksichtigt.

Die Zielseiten können jedoch dennoch in unserem Index enthalten sein, wenn von anderen Websites ohne nofollow auf diese Seiten verwiesen wird oder wenn die URLs in Form einer Sitemap an Google gesendet werden. Auch ist zu beachten, dass nofollow von anderen Suchmaschinen möglicherweise nicht in gleicher Weise behandelt wird.

Quelle: Google Support

Am 9. September 2013 sagte Matt Cutts, dass NoFollow Links Ihrer Website „normalerweise“ nicht schaden können.

Die Abschwächung “normalerweise” könnte also darauf hin deuten, dass es im Ausnahmefall schon dazu kommen kann.

Aussagen des Google Spam-Teams zu 4.649 Beispiel-Spamlinks

Noch spannender wird es bei der Auswertung der Antworten des Google Spam-Teams. Seit 2013 meldet Google in den Antworten auf Reconsideration Requests Beispiele für Spamlinks.

Aus dem Zeitraum 16. August 2013 bis 2. Juli 2014 konnten insgesamt 4.649 Beispiel-Spamlinks für 854 verschiedene Domains gesammelt werden. Diese konkreten Verlinkungen die von Google gemeldet wurden, wurden mit dem Link Check Tool (LCT) der LinkResearchTools überprüft, um zu messen, welchen Status diese Links zum 2. Juli 2014 hatten.

noFollow-links

Verteilung des Link-Status der von Google als Spamlinks mitgeteilten Links.

Das Ergebnis zeigt, dass immerhin schon 27% der Links entfernt wurden und 10% der Links inzwischen Mentions (also eine nicht verlinkte Erwähnung der Domain) sind. 3% der von Google genannten Spamlinks waren NoFollow Links, die teilweise auf schon seit Jahren bestehende Seiten von Artikelverzeichnissen oder Presseportalen existierten.

Nachstehend sehen Sie zwei von Google genannten Beispiel-Links. Der erste Link ist ein inzwischen offline genommenes Artikelverzeichnis. Der zweite Link geht zum relativ bekannten Pressemeldungsportal PRNewswire.com.

Eine typische Ablehnung von Google

Eine typische Ablehnung von Google

Das geübte SEO-Auge sieht in der „Pressemeldung“, wie abgebildet, ein mit Links für Money-Keywords zugepflastertes Stück Text, welches ziemlich offensichtlich nur zu SEO-Zwecken erstellt wurde. Online-Presseportale haben ja schließlich seit Jahren mit dem SEO-Wert Ihrer Veröffentlichungen geworben und da ist die Domain PRNEWSWIRE.COM noch eine relativ große – andere Anbieter hatten z.B. keine Hemmungen Ihren Kunden gegenüber tausende von Artikeln pro Tag auf relativ wertlose Artikelschleuderdomains zu packen - für gutes Geld natürlich. Auf den „freien Pressenportalen“ ging es dann natürlich noch krasser zu.

SEO-Pressemeldung mit Keyword-Stuffing auf Money-Keywords wie es jahrelang üblich war

SEO-Pressemeldung mit Keyword-Stuffing auf Money-Keywords wie es jahrelang üblich war

Nun ist das Beispiel auch besonders interessant, weil der Link zuerst ein normaler Follow-Link war und erst in Juli 2013, von PRNEWSWIRE zu NoFollow umgeändert wurde, nachdem Google das Linkspamming über Presseportale im Juli 2013 als nicht regelkonform bezeichnet hat. PRNewswire war relativ schnell, viele andere Anbieter haben da nicht oder nur sehr viel später mit einer Umstellung reagiert.

Weitere Analysen von solchen Fällen stehen noch aus, aber es scheint evident, dass der IST-Zustand eines bestehenden Links nicht unbedingt etwas über seine Wirkung auf Google Abstrafungen aussagt.

Die wahre Intention von Google?

Google will die Webmaster auf ihre „Versuche“ der Manipulation hinweisen und die Vorgehensweisen bestrafen, nicht die Links. Dabei erscheint es nicht zwingend notwendig, dass die Links als Follow markiert sind.  Es wirkt so, als ob es zumindest in manchen Fällen belanglos ist, dass Links, die massiv zum Spamming verteilt wurden, später auf NoFollow umgestellt werden.

Einschätzung der SEO Community zu NoFollow

Im Juli 2014 haben wir eine öffentliche Umfrage gestartet, in der u.a. die Frage gestellt wurde, ob die Teilnehmenden glauben, dass NoFollow Links ein Risiko für das Ranking einer Webseite darstellen können.

Etwas mehr als die Hälfte der 182 TeilnehmerInnen war der Meinung, dass NoFollow Links ihre Ergebnisse in Google negativ beeinflussen können.

NoFollow links

NoFollow links

Einschätzung von 182 Teilnehmern, ob NoFollow Links riskant sein können, oder nicht.

 

Wie wir in den LinkResearchTools (LRT) mit NoFollow Links umgehen

Seit 2014 bietet LinkResearchTools (LRT) zwei Möglichkeiten für die Analyse von NoFollow Links.

Viele NutzerInnen haben uns nach unserer Meinung bezüglich des Bewertungsmodus gefragt und wir haben schon immer und tun es noch, die Meinung vertreten, dass es sehr wichtig ist, NoFollow Links in die Analyse miteinzubeziehen. Google hat NoFollow Links als Spambeispiele in ihren Antworten zu Reconsideration Requests angeführt.

Die NoFollow Bewertung ist jetzt automatisch im Link Detox (DTOX) voreingestellt, aber Sie können natürlich jederzeit auf „NoFollow Links komplett ignorieren“ umschalten. Diese Funktion ist auch für die Neuberechnung des Reports vorhanden.

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NoFollow Links Bewertungsmodus in Link Detox

Der Unterschied zwischen einem Link Detox Report, in dem die NoFollow Links Bewertung aktiviert ist und einem, der die NoFollow Links ignoriert, kann sehr groß sein. Unten können Sie ein eindeutiges Beispiel für einen Link Detox Report sehen, der einmal NoFollow Links bewertet und einmal nicht bewertet.

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Link Detox Risiko für eine Domain mit ignorierten NoFollow Links

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Link Detox Risiko für eine Domain mit bewerteten NoFollow Links

Das domainweite Risiko ist viel höher, wenn wir NoFollow Links bewerten lassen. Sie sollten alle Links, die spammy aussehen und ein hohes Risiko für Ihr Backlinkprofil haben, entfernen oder disavowen. Sie beeinflussen die Gesamtqualität Ihres Backlinkprofils. Nur weil es NoFollow Links sind, sind sie deswegen nicht risikofrei.

Schätzen Sie das Link Detox Risiko für Ihr Backlinkprofil (inklusive der NoFollow Links) mithilfe der LinkResearchTools (LRT) ein

Vergleichen Sie das NoFollow/Follow-Verhältnis

Die meisten Websites haben eine Mischung von Follow- und NoFollow-Backlinks. Mit der Nutzung des Competitive Landscape Analyzer (CLA) können Sie Ihre KonkurrentInnen analysieren und das typischen Verhältnis der Domains, die bei Google auf der ersten Seite für Ihre Branche, Ihr Land, Ihre Sprache und Ihre Keywords ranken, sehen.

Sie sollten bestrebt sein, in Ihrer Sprache und in Ihrem Land ein ähnliches Verhältnis von Follow- und NoFollow-Backlinks wie Ihre KonkurrentInnen zu haben.

Es gibt keine „Goldene Regel“, wie zum Beispiel ein 20:80-Verhältnis von NoFollow- zu Follow-Links. Jede Branche, jedes Thema, jedes Keyword, jede Sprache und jedes Land hat unterschiedliche Regeln.

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Competitive Landscape Analyzer (CLA) - Link Status

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Wie sich aus den obigen Erkenntnissen ergibt, erscheint es nach unserer Einschätzung weiterhin unerlässlich auch das Linkrisiko von NoFollow Links zu prüfen. Denn entgegen diverser Aussagen von Google kann jeder Link zu Penaltys führen.

Um den verschiedenen Meinungen bezüglich NoFollow gerecht zu werden, hat Link Detox den Benutzern immer schon die Möglichkeit geboten, NoFollow Links mit Slices auszublenden, welche auch genutzt werden.

Christoph C. Cemper
Christoph C. Cemper ist der Geschäftsführer und Gründer der LinkResearchTools und Link Detox. Er ist ein bekannter und ausgezeichneter Experte in SEO, der 2003 mit Linkbuilding für seine Kunden begann, 2006 die LinkResearchTools entwickelte und diese seit 2009 als SaaS-Produkt vermarktet. Als das berühmte Google Pinguin Update dann 2012 die Regeln im SEO wieder veränderte, wurde Link Detox als Software zum Finden von schlechten Links und Ursachen für Google Abstrafungen veröffentlicht. Christoph hat bereits 2011 erstmals den Prozess des „Linkrisikomanagements“ vorgestellt. Im Jahr 2015 hat Christoph mit Impactana eine neue „Content Marketing Intelligence“ eingeführt, die als SaaS-Produkt den Erfolg von Content weit über den „social buzz“ hinaus misst und Content, Videos und Menschen findet, die Impact bewirken.
Christoph C. Cemper
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3 Comments

  1. Marco Gröning on March 21, 2017 at 8:21 am

    Die zentrale Frage, die ich mir immer stelle “Was sagt das Wort aus?” Nofollow bedeutet schlicht und ergreifend “nicht folgen” oder anders ausgedrückt “lass die Finger davon!”. Google wird immer besser, das menschliche Verhalten zu immitieren. Lege ich das jetzt einfach mal zugrunde und vereinfache das alles, gibt es nur einen Schluss: Kein nofollow einsetzen. Der Grund: Warum sollte ich etwas verlinken, was nicht verlinkenswert ist, bzw. was ich gar nicht verlinken will. Was ist so schlimm daran, ein Produkt in einem Online-Shop zu verlinken? Warum nicht eine Werbung ganz klar verlinken? Schließlich macht es uns das Fernsehen vor, da ist die Werbung ja auch kein schwarzer Bildschirm. In einem Fall bin ich aber dabei: Benutzergenerierte Inhalte. Da weiss man nie, was man bekommt.

    Ich halte es gern so, wie Google selbst mit seiner Suchmaske: einfach, logisch und umkompliziert. Damit hab ich bisher die besten Erfahrungen gemacht. M.E. denken die meisten SEO einfach zu kompliziert und interpretieren mehr in eine Sache, als notwendig.

  2. Jagsch Wolfgang on March 21, 2017 at 12:22 pm

    Nofollow gehört einfach mit dazu. Diese Links vererben keinen Link Juice aber zumindest Trust und teilweise sogar Traffic. Eigentlich ist es egal, ob ein Link Nofollow oder Dofollow ist. Zentral ist, ob der Link für User relevant ist und zu einem wertvollen Content führt. Link sollten Navigierungshilfen fü User sein und nichts anderes. Mit dem Link Detox Tool kann zudem schlechte Links zielsicher finden und dann abbauen. Super Entwicklung.

  3. Walter Putz on March 22, 2017 at 7:05 am

    Klar, auch nofollow ist nicht zu unterschätzen. Auch sie können beim SEO behilflich sein. Ich vertrete immer die Auffassung dass eine gute Mischung das Mittel zum Zweck ist.

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